Pfälzerwald-Verein OG Hochspeyer e.V.

Vereinsgeschichte

 Vereinsgeschichte  
Pfälzerwald-Verein e. V.
Ortsgruppe Hochspeyer
 
 

Autor:
Franz Neumer
Fotos:
Pfälzerwald-Verein, Ortsgruppe Hochspeyer

 Die Anfänge

 

Am 27. November 1902 wurde in Ludwigshafen ein Wanderverein gegründet, der die ganze Pfalz umfassen sollte. Man gab ihm den Namen „Pfälzerwald-Verein“ und empfahl als Wäldlergruß den Ruf „Waldheil“. Als Vorbild dienten benachbarte Vereine, wie der Odenwaldclub, der Schwarzwaldverein, der Vogesenclub u.a.. Noch am Gründungstag wurde eine Satzung verabschiedet, die bis heute nur geringfügig geändert wurde. Ziele des Vereins waren von Anfang an: Förderung des Wanderns, Erhaltung der Naturschönheiten der Baudenkmäler, und Verbreitung der Kenntnis der Pfalz innen und außen. Später kamen hinzu Förderung und Pflege des Natur- und Umweltschutzes sowie die Landschaftspflege im Sinne der Gesetze und die Jugendarbeit.

Noch im ersten Jahr wurden Sektionen geschaffen, die es notwendig machten, die Organisation den Gegebenheiten anzupassen. Danach setzt sich der Gesamtverein aus Ortsgruppen zusammen. Die Leitung des Gesamtvereins liegt beim Hauptvorstand. 1903 wurde auch ein eigenes Emblem eingeführt. Es zeigt eine Verwachsung von Weinranken und Eichenzweigen, die durchschlungen sind von einem Band mit dem Namen des Vereins.

In den Wanderplänen des Vereins wurden bereits ab 1904 Listen von Wirten eingetragen, deren Gaststätten zur Einkehr empfohlen wurden. Somit stellte sich der junge PWV auch in den Dienst des heimischen Tourismus. Für 1930 sind folgende Gaststätten in Hochspeyer aufgeführt:

Peter Bundenthal, Gasthaus, 2 Betten,
Georg Gooß, „Zur Linde“ Gasthaus, Tel 26,
Daniel Häberle, „Zum Storchen“, Gasthaus, 2 Betten, Tel. 31,
Andreas Hirschmann, „Zu den drei Königen“, 3 Betten,
Adam Krauß, Witwe, Gasthaus,
Karl Ruby I., Wirtschaft u. Metzgerei, Tel 113,
Adam Schmitt, Gasthaus.
Hochspeyer: 265 m, Bahnstation, unmittelbar am Wald gelegen“.





Diese Notiz stand am 8. März 1910 in der „Pfälzischen Presse“. Der Pfälzerwald-Verein Hochspeyer kann somit auf ein exaktes Gründungsdatum zurückblicken. Es ist der Sonntag Laetare, der 6. März 1910. Die Zeitschrift „Der Pfälzerwald“ gab dazu in der „Liste 16 des Jahres 1910 der Neuzugänge“ die Namen sämtlicher Mitglieder bekannt, die mit dem Gründungsdatum in den Verein eingetreten waren.

Diese Namen sind es wert, hier genannt zu werden. Sie zeigen aber auch, dass von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Hochspeyerer Geschäftswelt den größten Anteil der Mitglieder stellte. Damit lag Hochspeyer im Trend des Gesamtverbandes. Noch in den zwanziger Jahren des 20. Jh. war der PWV ein Verein des Bürgertums, der Geschäftsleute, Gewerbetreibenden, Wirte, Handwerksmeister und Beamten. Die Arbeiterschaft fühlte sich eher zu den „Naturfreunden“ hinzogen. Die unten aufgeführten Namen der Hochspeyerer Erstmitglieder wurden durch deren Anschriften ergänzt aus den Adressbüchern der Stadt Kaiserslautern, wo die Adressen der Bürger von Hochspeyer für etliche Jahre als Anhang verzeichnet sind. Es waren:

Stilgenbauer, Jean, Buchhalter, Kaufmann, Hauptstraße 66,
Schuck, Jean, Kaufmann,
Vogt, Heinrich, Spengler und Installateur, Hauptstraße 50,
Korwan, Georg, Buchhalter, Hauptstraße 46, 1911 nicht mehr in Hochspeyer,
Müller, Ph., Elektrotechniker,
Häberle, Daniel, Gastwirt, Bierverleger, Hauptstraße 48a,
Weinkauff, Karl, Forstgehilfe, Fischbacher Straße 1,
Buch, David, Schmiedemeister, geprüfter Huf- und Wagenschmied, Hauptstraße 45,
Krauß, Adam, Wagnermeister, Gastwirt „Zum Grünen Baum“, Trippstadter Straße 19,
Neubrech, August, Hilfslehrer, Trippstadter Straße 2,
Dreyer, Rudolf, Lehrer, Hauptstraße 19,
Ruby, N., Baumeister,
Hammel, Jakob, Sattler-, Polsterer- und Tapezierermeister, Hauptstraße 44,
Hammel, Philipp, Pflasterermeister, später Vorstand und Ehrenmitglied,
Kupper, Franz, Mechaniker, Fahrrad- und Uhrenhandlung, Hauptstraße 41,
Buch, Christian, Schreiner, Sandstraße 5,
Sprengart, Adam, Schneidermeister, Hauptstraße 60,
Wagner, Johann, Lehrer,
Morlock, E., Techniker,
Ohliger, J., Forstassistent,
Weber, Karl, Gastwirt, Fischbach,
Dell, Peter, geprüfter Huf- und Wagenschmiedemeister, Hauptstraße 36,
Hammel, Theobald, Schreinermeister, Hauptstraße 37,
Becker, David II., Metzgermeister, Hauptstraße 35,
Bleh, Karl, Bäckermeister u. Mehlhändler, Hauptstraße 28,
(die Liste hat Blech statt Bleh),
Bourquin, Eugen, Kaufmann, Hauptstraße 43,
Ruby, Maria, Ww., Metzgerei, Trippstadter Straße 2,
Mock, Jakob Heinrich, Bäckermeister u. Kaufmann, Trippstadter Straße 5,
Ruby, Theobald, Bäckermeister, Hauptstraße 57a,
Ruby, Philipp, Sattlermeister, Fischbacher Straße 2,
Ruby, Anton, Maler- u. Tünchermeister, Sandstraße 1,
Neuner, Jakob, Schuhmachermeister, Hauptstraße 74,
Mock, Christian, Waldaufseher, Hauptstraße 40,
Bulheller, Adam, Kaufmann, Hauptstraße 43,
Ruby, Jean, Werkmeister, Hauptstraße 64a,
Hies, Jakob, Kaufmann, Buchhalter, Hauptstraße 49, 1911 nicht mehr in Hochspeyer,
Hammel, Johann III., Pflasterermeister, Münchhofstraße 5,
Neuner, Johann, Schuhmachermeister, Hauptstraße 74,
Ruby, Heinrich, Baumeister, (Weiherstraße 18?),
Hammel, Benedikt, Pflasterermeister, Kirchstraße 3,
Schanzenbecher, Karl, Werkführer, Kirchstraße 2,
Schanzenbecher, N., Mechaniker,
Bechberger, Jakob, approbierter Bader, Papierwarenhandlung, Hauptstraße 52,
Ohliger, Georg, Holzfaktor, Hauptstraße 24,
Ohliger, Heinrich, Buchhalter, Hauptstraße 2,
Thaler, Jean, Schuhmachermeister, Wiesenstraße 5,
Ruby, Johannes, Maurermeister, Weiherstraße 18,
Ruby, Karl I., Ww., Gastwirtschaft und Metzgerei, Hauptstraße 49,
Engel, Heinrich, Schreiner, Kirchstraße 19,
Hammel, Peter, Schreinermeister, Trippstadter Straße 30,
Jeblick, J., Althändler, Vertr. der „Pfälzischen Volkszeitung“, Bergstraße 4,
Müller, Heinrich, Bahnsekretär, Hauptstraße 62,
Krell, Jakob, Dachdeckermeister,
Weißgerber, H., Holzfaktor,
Ritter, Philipp, Oekonom, Trippstadter Straße 8,
Holzhauser, Friedrich, Bordschnitter, Fuhrmann, Weiherstr. 1,
Rottmüller, Heinrich, Aufseher, Kirchstraße 12a,
Schwarz, F., ,junior, Landwirt,
Peterhänsel, M., Holzfaktor,
Kröpsch, Philipp, Buchhalter, Trippstadter Straße 11,
Köhler, Peter, Schneidermeister, Kolonialwarenhandlung, Hauptstraße 20,
Schmidt, Jean, Bäcker, Trippstadter Straße 17,
Bundenthal, Peter, Gastwirt, Kolonialwaren, Hauptstraße 47,
Rubel, Max I., Metzgermeister, Hauptstraße 38,
Ottmann, Hermann, Fabrikant, Hauptstraße 56,
Ohliger, Peter, Schuhmachermeister, Hauptstraße 51,
Dietrich, Reinhard, Lehrer, Hauptstraße 65,
Eberle, Jakob, Bordschnitter, Kirchstraße 32,
Burckhardt, H., Einnehmergehilfe,
Roth, Johann, Agenturgeschäft, Trippstadter Straße 14, 1911 nicht mehr in Hochspeyer,
Edinger, Karl, Landwirt, Fischbach,
Wenz, Johannes, Postbote, Wiesenstraße 6,
Gehm, August, Lehrer, Hauptstraße 64a, 1911 nicht mehr in Hochspeyer.

Die Mitglieder wählten den Kaufmann und Buchhalter Jean Stilgenbauer zum Vorsitzenden. Schriftführer wurde Jean Schuck, Kassierer Spenglermeister Heinrich Vogt und Beisitzende waren Forstwart Karl Weinkauff und Georg Korwan.

Anlässlich der Generalversammlung vom 8. Januar 1928 wird Johann (Jean) Schuck als Gründer des Vereins bezeichnet.

Während viele Ortsgruppen Neuzugänge immer wieder der Redaktion des „Pfälzerwaldes“ zur Veröffentlichung meldeten, wurden die Namen der im Laufe der Jahre bei der Ortsgruppe Hochspeyer Eingetretenen wahrscheinlich nicht veröffentlicht. Doch der Verein entwickelte schon im Gründungsjahr eine rege Wandertätigkeit, so dass nach einem Verzeichnis im „Pfälzerwald“ aus dem Jahre 1911 die Ortsgruppe Hochspeyer für 1910 15 goldene Vereinsabzeichen vergeben konnte. Der „Kaiserslauterer Stadtanzeiger“ berichtete am 31. März 1910 von der ersten Wanderung der jungen Ortsgruppe am Ostermontag, dem 28. März. Sie führte bei starker Beteiligung von 100 Damen und Herren über Daubenbornerhof, Eselsfürth und Hagelgrund nach Kaiserslautern. „Der schöne Verlauf der ganzen Wanderung dürfte als hübscher Erfolg des jungen Vereins und als ein Zeichen seines raschen Emporblühens betrachtet werden“. Eine weitere Wanderung am Sonntag, dem 17. April, führte 50 Hochspeyerer, „zweckmäßig mit Bergstock, Rucksack und Federhut ausgestattet“ über Waldleiningen und Forsthaus Schwarzsohl nach Weidenthal, von wo aus die Bahn die Wanderer wieder nach Hause brachte. Diese Wanderungen waren immer mit einer Rast, der Verpflegung aus dem Rucksack oder einer ausgiebigen Einkehr verbunden. An Christi Himmelfahrt (5. Mai) ging es morgens um sieben Uhr wieder mit 50 Beteiligten „nach Waldleiningen, dann aber über Stüterhof und Antonihof nach Trippstadt, wo eine Rast eingelegt wurde. Der weitere Wanderweg führte über das Karlsthal nach Kaiserslautern“. Am Sonntag, dem 22. Mai 1910, marschierten etwa 50 Vereinsmitglieder über Waldleiningen und den Krottenbuckel nach Elmstein. Diese kleine Auswahl aus der Wandertätigkeit im Gründungsjahr zeigt, mit welchem Eifer die Pfälzerwäldler ihre nähere Heimat zu Fuß eroberten.

Noch im Gründungsjahr wurde ein Vereinsdiener bestellt und ein Schild gefertigt, das bei Treffwanderungen und anderen auswärtigen Auftritten vorangetragen wurde, wie z.B. beim Hauptausflug im Juni 1910 in Kaiserslautern.

Die zurückgelegten Wege zeigen aber auch, dass es sich um keine Spaziergänge handelte. Hatte doch der Hauptverein am 18. Oktober 1908 beschlossen, dass die Wanderstrecke mindestens 15 Kilometer betragen müsse als Mindeststrecke für den Erwerb von Wanderabzeichen. Vorgesehen waren zwölf Planwanderungen auf das Jahr verteilt und eine jährliche Hauptwanderung des Gesamtvereins.

1911 bewies der junge Verein gleich anderen Vereinen seine Vaterlandsliebe. Aus Anlass des Geburtstags des Kronprinzen Ruprecht entzündete er auf dem Hirschröder ein Freudenfeuer. Das Holz dazu füllte drei Pferdewagen. Die Flammen loderten zur gleichen Zeit auf rings um den Donnersberg, in der Vorderpfalz und wohl auch im Westrich. Von der Trippstadter Straße und dem Geyersberg aus konnte man sie sehen. Das ganze Dorf war von den Festlichkeiten erfasst: Militärvereine zogen auf, eine Militärkapelle aus Saarbrücken war angereist und im Anschluss an die Kirchenparade fand ein Frühschoppenkonzert statt.

Am 14. Mai 1911 marschierten die Wäldler aus Hochspeyer unter Vorantritt ihres Schildträgers mit beim Gesamtausflug des Vereins in Bad Dürkheim zusammen mit mehr als 15.000 Teilnehmern. So war es auch im Jahr darauf in Landau. Als Wanderziele im Jahr 1912 sind u.a. die Burgruine Madenburg und die Abteikirche in Otterberg genannt.

Zuhause kam die Unterhaltung auch nicht zu kurz. Bereits 1911 feierte die Ortsgruppe ein Winterfest, das sich 1912, 1913 und 1914 jeweils im Januar wiederholte. Am 1. August 1914 begann mit der Kriegserklärung Deutschlands an Rußland der 1. Weltkrieg. Ende August 1914 spendete die Ortsgruppe erstmals für Frontsoldaten und Hinterbliebene Geld und zu Weihnachten 1914 wieder. Das Wandern wurde weniger, zumal manches Mitglied den grauen Rock anziehen musste.

Waren noch im letzten Kriegsjahr Aktivitäten von einzelnen Ortsgruppen zu verzeichnen, so lässt sich für Hochspeyer keine Wandertätigkeit mehr nachweisen. Das Kassenbuch der Ortsgruppe Hochspeyer weist für den November 1919 einen einzigen Eintrag vor: „Portoauslagen zur Versammlung“. Dieser Eintrag deutet auf das Wiederaufleben der Ortsgruppe hin.

 Nach dem 1. Weltkrieg 

Wie überaus lebensfähig sich der Gesamtverein erwies, zeigt die Tatsache, dass die Mitgliederzahl des Gesamtvereins, die sich 1914 auf 16676 Personen belief, 1918 auf 4800 abgesunken, bereits 1919 wieder auf 8709 angestiegen war und noch einmal bis 1920 auf 13774 kletterte.

Für Januar 1921 sind für die Hochspeyerer Ortsgruppe bereits wieder Mitgliederbeiträge nachgewiesen. Im Januar 1921 veranstaltete die Ortsgruppe einen Unterhaltungsabend und ein Jahr später nahm man die Winterfeste wieder auf. Diese Feste erfreuten sich großer Beliebtheit und wurden bis 1955 beibehalten in Abwechslung mit Familien- und Unterhaltungsabenden.

Das Wandern war bis 1924 mehr als beschwert, denn jede Wanderung, jede Versammlung, musste angemeldet und der zuständigen Rheinland-Kommission gemeldet werden.

Von Anfang an begnügte sich die Vorstandschaft des Vereins nicht damit, die Mitglieder lediglich zu schönen Wanderungen zu animieren. Die jährlichen Lehrwanderungen beweisen, dass der PWV mehr wollte als nur seine Mitglieder zum Bewegen in der freien Natur anzuregen. Dem Verein war daran gelegen, den Menschen ihre Heimat nicht nur durch Schauen, sondern auch durch Verstehen näher zu bringen. So waren die Lehrwanderungen ausgerichtet auf die verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen, die jeweils von anerkannten Fachleuten geleitet wurden.

Die Jahre ab 1930 waren in Hochspeyer überschattet von großer Arbeitslosigkeit. Das Wanderleben ging aber ohne Einschränkung weiter, wie es besonders die Schilderungen von Leopold Seeh beweisen. Dieser berichtete ein letztes Mal ausführlich in der Pfälzischen Volkszeitung vom 25. Januar 1933 über einen von der Hochspeyerer Ortsgruppe veranstalteten „Pfälzer Heimatabend“. Forstmeister Emil Haupt referierte vor voll besetztem Saal über die Geschichte von Hochspeyer zum Thema „Von der Urgeschichte bis zum Einbruch der Kelten und Römer“. Nach dem anderthalbstündigen Vortrag führten Vereinsmitglieder ein dreiaktiges Lustspiel in Pfälzer Mundart auf, „’s große Los“ von dem Nordpfälzer Mundartdichter Richard Müller verfasst. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Klängen der Hochspeyrer Musikkapelle. Den Abschluss bildete die Wandererehrung für das Jahr 1932, darunter war ein Jugendlicher von elf Jahren. Es war ein großes Ereignis für den Verein und für Hochspeyer.

Der Verein während der NS-Zeit 

Im Schicksalsjahr 1933, dem Jahr der Machtübernahme durch das NS-Regime, wurde für den Pfälzerwald-Verein kein Verbot ausgesprochen, aber seine Strukturen mussten sich nach dem „Führerprinzip“ ausrichten. Vor allem, so wollte es das Regime, sollte die Vorstandschaft zumindest der NSDAP nahe stehen, möglichst jedoch Mitglied sein. Außerdem wurde der Verein „arisiert“, d.h. Juden, selbst langjährige oder um den Verein verdiente Mitglieder wurden ausgeschlossen. So geschah es mit dem überaus rührigen Leopold Seeh, der sein geschichtliches Wissen über seinen Heimatort bei jeder Wanderung zum Besten gab und zahlreiche Aufsätze über die Vereinswanderungen in der Tagespresse veröffentlichte. Die Ortsgruppe wurde durch die Regierung der Pfalz, Kammer des Innern, als Jugendpflege treibender Verein anerkannt. Aus diesem Anlass wurden besondere Jugendführer des Vereins bestellt: Philipp Hammel, Heinrich Burckhardt und Philipp Fischer.

„Der Durchbruch der nationalen Revolution hatte den Aufbau des Vereins im Sinne des Führerprinzips zur Folge“, heißt in einem Bericht der „NSZ-Rheinfront“ vom 14. Dezember 1933. So wurde in der Generalversammlung vom 13. Dezember 1933 für den dienstlich versetzten Jakob Kuntz Forstmeister Emil Haupt zum Vorsitzenden bestimmt. Dieser berief die seitherigen Mitarbeiter, und zwar Ludwig Stemler zum stellvertretenden Vorsitzenden, Karl Bleh zum Rechner und Jakob Bohlander zum Schriftführer. Ebenso wurden Wander-, Markierungs- und Jugendwarte und der bisherige Vereinsdiener berufen.

Zwölf Programmwanderungen waren 1933 durchgeführt worden. Der Hauptausflug nach Annweiler als Höhepunkt war der erste im neuen Reich, „der sich zu einem gewaltigen Bekenntnis zum Staate gestaltet habe“. Im Januar 1934 fuhr die Ortsgruppe nach Speyer zur Besichtigung des Historischen Museums der Pfalz unter Führung von Direktor Sprater. Am Sonntag, dem 22. Januar 1934, sprach Dr. Häberle im Rahmen eines Winterfestes über seine Erlebnisse in Deutsch-Ostafrika. Im Anschluss daran wurden die Wanderer für ihre Teilnahme an den Veranstaltungen 1933 geehrt. Zum Schluss folgte wieder ein Lustspiel: „Des Wassermüllers Lottchen“. Der Hauptausflug fand am 7. Juli und der Wandertag in Freiburg im Breisgau am 22. September statt.

In der Generalversammlung vom 7. Januar 1935 ließ sich Vereinsleiter Haupt wegen Arbeitsüberlastung von der Leitung der hiesigen Ortsgruppe entbinden. Bäckermeister Karl Bleh wurde daraufhin zum Vereinsleiter bestimmt. In der gleichen Versammlung beschlossen man, die Wanderungen künftig auf 20 km auszudehnen. Für die 25-Jahr-Feier wurde ein Festausschuss gebildet, die Feier auf den 2. Juni festgesetzt. Sie fand am festgesetzten Tage statt und als Waldfest gefeiert. Diesem Fest ging eine Wanderung von 20 km voraus, und zwar über Mitteleck – Ruheiche – Am Sohl zum Waldfestplatz. Das Ganze war verbunden mit einer Lehrwanderung, die unter dem Thema stand „Die Pflege des Waldes“. Außerdem zeigten Forstmeister Emil Haupt und Dr. Sprater, Speyer, vorgeschichtliche Grabhügel und eine Römerstraße.

Liegen für die folgenden Jahre bis zum Ende des 2. Weltkriegs keine schriftlichen Wanderprotokolle vor, so beweisen doch etliche Fotografien, dass die Ortsgruppe sehr wohl ihre Planwanderungen durchgeführt hat. Ein Foto von 1936 zeigt eine Gruppe bei einer Wanderung in das Donnersberggebiet, auf einem anderen von 1938 ist die Gruppe beim Falkensteiner Kreuz zu sehen. Ein weiteres vom 3. Juli 1938 zeigt die Wäldler beim Hauptausflug in Winnweiler. Unbeschriftete Fotos deuten aber ohne Zweifel auf die NS-Zeit hin. Damals trug ein Mitglied der Wandergruppe ein Schild mit dem damaligen Hochspeyerer Wappen und der Aufschrift „P.W.V. Hochspeyer“. Das mag bei Hauptausflügen gewesen sein. 1942 im dritten Kriegsjahr führte die erste Wanderung nach Waldleiningen.

Die Gesamtstärke der Hochspeyerer Ortsgruppe wird für die NS-Zeit in den Wanderbüchern mit 50 Mitgliedern angegeben.

Wiedergründung nach dem 2. Weltkrieg

Nach der deutschen Niederlage im Jahre 1945 wurden in der französisch besetzten Zone durch die Militärbehörde sämtliche Vereine verboten, auch der Pfälzerwaldverein, ein an und für sich gänzlich unpolitischer Verein. Das Verbot reichte vom Pfälzerwaldverein als Gesamtverband bis zur kleinsten Ortsgruppe.

Am 7. März 1946 trafen sich in der Wohnung von Emil Ohler, dem Vorsitzenden der Ortsgruppe Neustadt, August Candidus, Forstmeister Emil Haupt, Josef Kederer und Heinrich Schmitt, die gemeinsam einen „1. Antrag zur Wiedergründung des Gesamt-Pfälzerwald-Vereins“ stellten und das Schriftstück dem Gouvernement Militaire in Landau vorlegten. Nach 15 Monaten erhielten die Antragsteller je einen Fragebogen des öffentlichen Klägers zur Säuberung vom Nationalsozialismus. Außerdem mussten sie die Satzungen des Vereins in Deutsch und Französisch einreichen. Nach weiteren acht Monaten ging bei den Antragstellern ein Brief des Gouverments Militaire ein mit folgendem Wortlaut: „Ich habe die Ehre Ihnen bekannt zu geben, dass ich den Verein ‚Pfälzerwald-Verein’ vorläufig genehmigt habe. Wollen Sie mir bitte sobald als möglich die Zusammensetzung der Vorstandschaften sowie den Zweck der Vereinigung mitteilen. Gez. Hirsch“. Die Genehmigung wurde dann noch mit Auflagen versehen. Die Ortsgruppen durften nur von politisch Unbescholtenen geführt werden und alle Zusammenkünfte und Wanderungen mussten der örtlichen Polizei gemeldet werden.

Nun war der Weg frei. Am Samstag, dem 21. April 1948, fand in Neustadt die erste Hauptversammlung statt, an der 42 Ortsvereine mit 127 Delegierten teilnahmen, darunter auch ein Teilnehmer aus Hochspeyer, obwohl der Verein noch nicht wiedergegründet worden war.

In Hochspeyer dauerte es noch fast zwei Jahre, bis die Wiedergründung einer Ortsgruppe stattfand. Das geschah am 17. Februar 1950. Unter Vorsitz von Philipp Hammel, einem der Gründungsmitglieder von 1910, wurde ein neuer Verein aus der Taufe gehoben. Ganze neun Personen waren der Einladung gefolgt, darunter auch Ludwig Schwager, der ehemalige Vereinsdiener. Aber der Verein blühte schnell auf.

In den Kriegsjahren war manche Wegemarkierung verschwunden, besonders in Grenzgebieten. Andere Markierungen gingen durch Wegeumlegungen verloren oder auf andere Weise unter. Deshalb musste es ein großes Anliegen der Hauptmarkierungsstelle sein, das Markierungsnetz wieder instand zu setzen und auszubauen. In der Hauptversammlung vom 9. Oktober 1949 wurde beschlossen das Markierungsnetz wieder instand zu setzen. Viele Ortsgruppen beteiligten sich bereitwillig an der Aktion, so dass der „Pfälzerwald“ den Ortsgruppen mitteilen konnte, gegen Ende 1952 sei so ziemlich das ganz Feld aufgearbeitet gewesen. Außerdem seien bereits neue Karten, ein neuer Führer und ein Verzeichnis der Markierungen neu erschienen. In der Hauptwanderausschusssitzung vom 7. Oktober 1951 erfolgte die Einteilung der Ortsgruppen in Bezirke. Hochspeyer zählte mit Enkenbach, Kaiserslautern, Otterberg, Ulmet u.a. zum Bezirk West. I



      Wege- und Markierungswart Walter Schlicher bei der Arbeit
 


Von 1950 bis zum 50-jährigen Jubiläum

Es würde den Rahmen dieser Festschrift sprengen, wollte man alle Wanderungen und Wanderfahrten einzeln aufzulisten, die im Laufe eines Jahrhunderts durchgeführt wurden.

Soweit es nach den Wanderplänen und Mitteilungen in den Wanderbüchern noch feststellbar ist, wurden die jährlich geforderten zwölf Planwanderungen stets eingehalten, ebenso die 15 km lange Wegstrecke pro Wanderung. Damit aber nicht genug. Hinzu kamen zahlreiche Sonderwanderungen, „Wanderungen ins Blaue“, „ins Grüne“ und Abendwanderungen rund um Hochspeyer. Um ältere Menschen nicht auszuschließen, werden diesen seit 1990 kleinere Wanderungen angeboten. Neben den Planwanderungen schreibt der Gesamtverein jährlich einmal einen Hauptausflug aus, dessen Ziel von der Vereinsführung bekannt gegeben wird.

Soweit feststellbar führte die erste Wanderung 12 Wäldler am 14. Mai 1950 über den Schorlenberg nach Alsenborn und Enkenbach. Über die weiteren Wanderungen nach der Wiedergründung liegen keine Nachrichten vor. Doch war die Ortsgruppe aktiv und wuchs wieder. So nahmen die Hochspeyerer z.B. teil am Bezirkswandertreffen am 29. Mai 1960 in Otterberg zusammen mit weiteren 15 Ortsgruppen, als der dortige Verein seine Fünfzigjahrfeier hielt.

Die 50-Jahr-Feier des Hochspeyerer Pfälzerwald-Vereins beging man bereits am Sonntag dem 31. Mai 1959 und nicht dem Gründungsjahr folgend erst 1960. Der Grund dafür war wohl das für 1959 ausgeschriebene Bezirkswandertreffen in Hochspeyer. Einer dürren Zeitungsnotiz zufolge wurde es jedoch eine große Feier. Zwölfhundert Wanderer der elf Ortsgruppen umfassenden Bezirksgruppe West trafen sich im Springental, begrüßt von Hans Egelhof, einem Mitglied der Hochspeyerer Ortsgruppe. Für die Bezirksgruppe West überbrachte Wanderwart Lenz die Glückwünsche, für den Hauptverein gratulierte Bezirkswanderwart Host aus Weidenthal. Der gastgebende Verein hatte für abwechslungs-reiche Unterhaltung und gute Bewirtung gesorgt. Trotz anfänglichen Regens wurde es ein frohes Fest. Die beiden Hochspeyerer Gesangvereine, der Volkschor und der Katholische Männergesangverein 1911, trugen ihre Lieder vor. Eine Trachtengruppe aus Brücken zeigte Volkstänze, die mit viel Beifall bedacht wurden.

Vom 50-jährigen Jubiläum bis heute

Die Zeit bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts sah den Verein in voller Blüte. 1983 überschritt die Zahl der Mitglieder erstmals die Hunderter-Grenze. Neben den jährlichen zwölf Planwanderungen wurden zahlreiche Sonderwanderungen durchgeführt, oft zweimal jährlich. Treffwanderungen, die im Hochspeyerer Wandergebiet stattfanden oder ihren Zielpunkt in der Heimat einer anderen Ortsgruppe hatten, knüpften Freundschaften mit Gleichgesinnten. In den Wanderplänen der einzelnen Jahre werden viele Orte genannt, z. B. Brücken, Erlenbach, Olsbrücken, Otterbach, Otterberg, Lambrecht und Trippstadt. Ebenso verhielt es sich mit den Gemeinschaftswanderungen, wobei die Wäldler aus Olsbrücken und Lachen-Speyerdorf mehrmals zusammen mit den Hochspeyerern ihre Wege zurücklegten.

In einem Land, geprägt von über 2000-jähriger Geschichte, in einem Land, das schon Kelten sah und nach ihnen die Römer, das Heimat wurde für Franken und Alemannen, in einem Land, in dem ein Burgruine die andere grüßt, romanische und gotische Dome emporragen, in diesem Land, das so oft zum blutigen Spielball fremder Mächte wurde, darin zu wandern, heißt, auch Geschichte an sich vorbeiziehen zu lassen. Deshalb sind die Wanderungen für den der mehr sieht als nur die schöne Landschaft, lebendiger Geschichtsunterricht.

Während die Ziele für die Ortsgruppe in den Wintermonaten meist in der engeren Heimat lagen, ging es in der übrigen Zeit oft mit Bussen oder Bahn vom Westrich bis zur Vorder- und Südpfalz, von Nahe und Donnersberg bis in die Gegend von Pirmasens, wobei Mittel- und Unterhaardt bevorzugt angesteuert wurden.

Manche Wanderungen führten über die Pfalz hinaus, bis in die Eifel, den Odenwald und Spessart, an den Neckar, den Schwarzwald und Hunsrück, ja bis ins Elsaß. Diese Aufzählung kann nicht vollständig sein, sie will nur aufzeigen, wie breitgefächert das jährliche Angebot für die Ortsgruppe reicht.

Doch sei auf besondere Ereignisse und Erlebnisse hinge-wiesen: Zwischen 1981 und 1990 fuhr die Ortsgruppe zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein Hochspeyer zehn Mal nach Südtirol. Standquartier war immer Tramin. Von dort aus gingen Wanderungen auf die Seiser Alm, den Mendelpass, an den Gardasee und nach Hafling. Die Einkehr in geselliger Runde auf der Waalrast wurde von allen Beteiligten als ein Höhepunkt der Reise empfunden.

Sein 75-jähriges Bestehen feierte der Verein am Sonntag, dem 7. Januar 1985 im vollbesetzten Saal des katholischen Pfarrheims im Beisein von Landrat a.D. Karl Ritter, einem gebürtigen Hochspeyerer, der auch die Festansprache hielt. Anwesend war auch der Geschäftsführer und Obmann des PWV Mitte, Klaus Frölich. Die Feierstunde wurde von Musik-einlagen umrahmt.

Das 90. Jubiläum feierte die Ortsgruppe am Samstag, dem 25. März 2000, im Ratssaal der Verbandsgemeinde Hochspeyer in Anwesenheit einer Gruppe von Wanderfreunden aus dem thüringischen Leutenberg. In seiner Festrede gab Klaus-Peter Schäfer einen Überblick über die Vereinsgeschichte. Erfreulich, so Schäfer, sei die Beteiligung an den Wanderungen, an denen bis zu 50 Personen teilnähmen. „Wald-Heil“ ist nicht nur eine Begrüßung, sondern auch eine Losung, meinte Schäfer. Die Grüße des Bezirks Mitte überbrachte Bezirksobmann Klaus Frölich. Der Hausherr, Bürgermeister Walter Rung, wies auf die Wandlung des Waldes für den heutigen Menschen hin – vom Arbeitgeber zum Erholungsraum.

Wie schon so oft konnte auch aus diesem Anlass der 1. Vorsitzende treue Wanderfreunde ehren: für 50-, 40- und 25-jährige Vereinstreue und Wandertätigkeit. Im Jahre 2000 fand in Hochspeyer auch wieder ein Bezirkswandertreffen statt.

In den Jahren 2003 und 2004 wurden zwischen Enkenbach, Mehlingen, Daubenbornerhof, Hochspeyer und Fischbach über 300 vorgeschichtliche Grabanlagen ermittelt, die als keltisch angesehen werden. Außerdem befinden sich in diesem Gebiet weitere Spuren aus vorgeschichtlicher Zeit, von denen viele wissenschaftlich noch nicht erforscht sind. Die Verbandsgemeinden Enkenbach-Alsenborn und Hochspeyer wiesen auf dieser Erkenntnis basierend Wanderwege aus, die von Stelen gekennzeichnet sind mit dem Begriff „Rätselhafte Zeitzeichen“.

Seit 2006 führen Hochspeyerer Wäldler zusammen mit der Verbandsgemeinde Hochspeyer „Wanderungen auf den Spuren von Leopold Seeh“ durch, d.h. man wandert auf denselben Wegen, die zwischen 1931 und 1933 von der damaligen Ortsgruppe bei ihren Planwanderungen begangen wurden. Seeh hatte bei diesen Wanderungen auf Zeichen und Spuren aus vorgeschichtlicher Zeit hingewiesen und sie zu deuten versucht.

Im Jubiläumsjahr 2010 hat die Ortsgruppe Hochspeyer insgesamt 163 Mitglieder.
 

Ehrungen

Wie es nicht möglich ist alle Wanderungen die über einen Zeitraum von hundert Jahren durchgeführt wurden einzeln aufzuführen, so ist es ebenso wenig möglich alle die im Laufe dieser Zeit Geehrten namentlich zu nennen – so viele waren es. Genauso verhält es sich mit der langjährigen Treue zum Verein. Stellvertretend für alle treuen Wäldlerinnen und Wäldler, alte und junge, sollen ein paar Mitglieder genannt werden, die Ehrungen erfahren haben auf Grund ihrer langjährigen Mitgliedschaft und ihrer ebenso langjährigen leitenden Funktion im Verein oder gar beim Auf- und Ausbau der Ortsgruppe vorgestanden oder mitgeholfen haben.

Philipp Hammel, Jahrgang 1886, Gründungsmitglied von 1910 und Ehrenvorsitzender, war ab 1933 für die Wanderjugend zuständig. 1950 regte er die Wiedergründung des PWV an und wurde dessen 1. Vorsitzender bis 1957. Bis in sein 9. Lebensjahrzehnt nahm er an fast allen Planwanderungen teil. 1974 erhielt er im Alter von 87 Jahren zum 45. Mal das Wanderehrenzeichen.

Ludwig Leonhard stand nach Philipp Hammel der Ortsgruppe fast 25 Jahre vor. Unter ihm wuchs der Verein kontinuierlich.

Philipp Stuhlfauth, der nächste 1. Vorsitzende, folgte auf Ludwig Leonhard. Er begleitete das Amt von 1981 bis 1993 und war anschließend noch bis zum Jahr 1999 2. Vorsitzender. Er wurde wegen seiner Verdienste am 17. Januar 1999 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Unter ihm stieg die Mitgliederzahl weit über hundert. Eingebunden in das Geschehen war auch seine Frau Marie Stuhlfauth, die von 1987 bis 1999 Schriftführerin war. 2008 wurden beide für ihre fünf Jahrzehnte währende Treue zum Verein mit Ehrenurkunden ausgezeichnet.

Einer der Stillen im Verein, ohne die es aber nicht geht, ist Walter Ritter, der als Rechner die Geldgeschäfte von 1950 bis 1999 sorgsam wahrnahm. 1950 eingetreten, wird er 2010 für 60 Jahre Treue geehrt. Bereits 1999 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Der Pfälzerwald-Verein in der Ortsgemeinde Hochspeyer

 An diesem Punkt ist es angebracht, das Verhältnis der Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins zur Dorfgemeinschaft zu skizzieren. Ein Abseitsstehen gab es nicht. Dazu ein paar Beispiele: Als die Forstbehörde 1965 einen Waldlehrpfad um die Jugendherberge anlegte, war die Ortsgruppe fleißiger Helfer. Der Waldlehrpfad wurde am 15. Mai 1965 eingeweiht. Zusätzlich zu den vorhandenen Markierungen im Wandergebiet um Hochspeyer markierte Wanderwart Martin Gutensohn 1970 im Auftrag der Gemeinde neun Rundwanderwege mit etwa 50 km Länge. Anlässlich eines „Gemeindeputztages“, einer Säuberungsaktion rund um Hochspeyer, zu der Bürgermeister Scherer die Bürger gebeten hatte, beteiligten sich wie selbstverständlich auch Mitglieder des PWV. Bei den Umzügen anlässlich der Hochspeyerer „Kerwe“ reiht sich die Ortsgruppe Hochspeyer mit eigenen Ideen in den Zug ein.

Von größerer Bedeutung ist das Zusammentreffen mit anderen Ortsgruppen, denn dabei lernen sich nicht nur Menschen kennen, auch der Heimatort wird dabei im positiven Sinn bekannt gemacht. So verhält es sich auch mit der Partnerschaft mit dem Thüringerwald-Verein Leutenberg. Die Wäldler haben viel beigetragen zum gegenseitigen Kennenlernen und Verstehen. Es konnten sogar familiäre Freundschaften entstehen.

Eine deutsch-deutsche Partnerschaft

Nach dem Fall der Mauer und in de daraufhin erfolgten schrittweißen Hinführung des Staatswesens zu den Grund-prinzipien eine freiheitlichen demokratischen Staates erfolgte am 3. Oktober 1990 der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland. In kurzer Zeit nahmen Städte, Dörfer, Parteien usw. von Ost und West Kontakte miteinander auf. Partnerschaften wurden geschlossen, manche kurzlebig, andere erwiesen sich als dauerhafter.

Zu den dauerhaften zählt die Partnerschaft zwischen der Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins Hochspeyer mit dem Thüringerwald-Verein in Leutenberg. Bereits am 3. Oktober 1991 wurde eine Partnerschaft geschlossen zwischen dem Pfälzerwald-Verein Hochspeyer und einer Wandergruppe aus Leutenberg. Damals war der bislang verbotene Thüringerwald-Verein noch nicht wiedergegründet, das geschah erst am 9. Mai 1992. Die Partnerschaftsunterzeichnung zwischen der Gemeinde Hochspeyer und der Stadt Leutenberg wurde am 16. Mai 1992 von den Bürgermeistern Niederberger und Ziermann vollzogen.

Auf Beschluss des Ortsgemeinderats Hochspeyer wurde eine zuvor hergerichtete Parkanlage am östlichen Ausgang von Hochspeyer als „Leutenberger Platz“ benannt, der am 27. September 1992 in Anwesenheit einer Delegation aus Leutenberg mit einem Festakt eingeweiht wurde. Zehn Jahre später wurde am Tag der deutschen Einheit 2001 auf dem „Leutenberger Platz“ vom Pfälzerwald-Verein Hochspeyer ein von einem Bildhauer bearbeiteter Sandstein aufgestellt, der die Wappen der beiden Vereine zeigt mit dem Hinweis 389 km nach Leutenberg (siehe Bild). An diesem Tag wurden auch die Initiatoren der beiden Wandervereine geehrt, Philipp Stuhlfauth aus Hochspeyer und Dieter Ludwig aus Leutenberg.

Seit der ersten Begegnung fanden schon viele Treffen der Mitglieder beider Vereine statt. Man traf sich einmal in Leutenberg, das andere Mal in Hochspeyer. Aus der offiziellen Partnerschaft ist schon lange eine enge Freundschaft zwischen Pfälzern und Thüringern entstanden. Die Leutenberger errichteten an steilem Berghang eine „Hochspeyerer Hütte“ von der man weit ins Land blicken kann. In Hochspeyer wurde am 9. Mai 2003 die Leutenberger Hütte eingeweiht, die oberhalb des Dorfes aufgebaut wurde. Von dort aus kann man einen Großteil des Ortes überblicken. Bereits am 31. Mai 2002 hatte die Ortsgruppe Hochspeyer auf dem Marktplatz in Leutenberg eine gusseiserne Platte mit Widmung als Zeichen der guten Partnerschaft angebracht.

Nicht unerwähnt bleiben soll die Einweihung des Partner-schaftsbrunnens auf dem Kirchplatz in Hochspeyer am 10. Oktober 2004 in Anwesenheit einer offiziellen Delegation aus Leutenberg mit Bürgermeister Ernst Tänzer, Altbürgermeister Dieter Weiß und zahlreichen Ehrengästen. 

 

   Die Erinnerungstafel in Leutenberg

 

 

Die von Professor Gräf gestaltete Brunnenanlage in Hochspeyer zeigt einen Schieferblock und einen Sandsteinblock, die Gesteine des Thüringer- und des Pfälzerwaldes als Symbole der partnerschaftlichen Verbindung zwischen der Stadt Leutenberg und Hochspeyer. Anlässlich der Einweihungsfeier wurde Altbürgermeister Dieter Weiß auf Beschluss des Ortsgemeinderates Hochspeyer mit der höchsten Auszeichnung unserer Gemeinde, dem großen Wappenschild, geehrt. Der Schieferblock ist eine Spende der Stadt Leutenberg.

Eine besondere Leistung in punkto Wandern schafften vier Hochspeyerer, die in sechzehn Etappen auf Schusters Rappen Leutenberg erreichten.

 

Partnerschaftsbrunnen Hochspeyer – Stadt Leutenberg auf dem Kirchplatz in Hochspeyer

Leopold Seeh und der Pfälzerwald-Verein

Leopold Seeh, Jahrgang 1873 und Mitglied seit 1911, nimmt in der Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins Hochspeyer eine besondere Stellung ein. Er war ein eifriger Wanderer und von 1928 bis 1933 Schriftführer des Vereins. Als jüdischer Mitbürger wurde er 1933 aus dem Verein, der ihm ans Herz gewachsen war, ausgeschlossen. Während seiner Schriftführertätigkeit schrieb er umfangreiche Abhandlungen über die Wanderungen der Ortsgruppe. Mit der Ortsgeschichte vertraut – er sollte sie im Auftrag der Gemeinde schreiben – erläuterte er seinen Mitwanderern viele heimatkundliche und geschichtliche Einzelheiten über Hochspeyer und seine Umgebung. Er konnte dörfliches Geschehen aus alten Zeiten erzählen. Heute wüsste man nichts mehr davon, hätte er nicht seine Abhandlungen im „7.Tag“, der Wochenendbeilage der „Pfälzischen Volkszeitung – Generalanzeiger“ veröffentlicht.

Die Aufsätze von Leopold Seeh wurden vom Verfasser dieser Festschrift gesammelt, kommentiert und in kleiner Auflage veröffentlicht. In einer Feierstunde der Hochspeyerer Ortsgruppe im Jahre 2002 regte der Verfasser an, Leopold Seeh eine Eiche zu pflanzen. Forstdirektor Anton Müller vom damaligen Forstamt Hochspeyer, gab sofort die Zusage, eine junge Eiche zu stiften. Forstamtmann Peter Woll stellte einen Findling aus dem Staatswald zur Verfügung und mit Hilfe von Ortsbürgermeister Gerhard Scherer konnte auf einem gemeindlichen Grundstück hinter der protestantischen Kirche die Eiche gepflanzt und der Stein gesetzt werden. Die Inschrift der auf dem Stein angebrachten gusseisernen Platte lautet: „Dem Heimatforscher, Pfälzerwäldler und Kommunalpolitiker Leopold Seeh 1873 – 1937 gewidmet“. Die Platte wurde von der Firma Hegerguss, Enkenbach, gespendet. Der Findling wurde leider im Dezember 2009 aus der Verankerung gerissen, soll aber wieder aufgestellt werden. Über die Gründe des Vandalismus kann man rätseln. 

Forstmeister Emil Haupt 

Am zehnten Todestag von Forstmeister Emil Haupt ließ das Forstamt Hochspeyer am Leinbach einen Gedenkstein aufstellen und einen Rastplatz errichten für diesen verdienten Forstmann, der dem Pfälzerwald-Verein so eng verbunden war.

Emil Haupt wurde 1886 in Unterfranken geboren. Nach dem Abitur entschied er sich für den Forstdienst. Er besuchte die forstliche Hochschule in Aschaffenburg und nach dem Studium an der Universität Mün-chen, nach Militär- und Kriegsdienst, holte Emil Haupt sein großes beruf-liches Wissen bei verschiedenen Forst-ämtern Unterfrankens. 1919 kam er als Assessor in die Pfalz, wo er ab 1924 das Forstamt in Elmstein Süd leitete. Unter ihm wurde die Straße von Iggel-bach zum Eschkopf hergestellt. In Verbindung mit dem Pfälzerwald-Verein förderte er den Wandergedanken durch Anlage von Wegen und Pfaden. In Zusammenarbeit mit seinen Freunden Dr. Häberle und Dr. Sprater, ließ er die Lönshütte bei Elmstein errichten.

1931 wurde Haupt Leiter des Forstamts Hochspeyer. Neben seinen großen Verdiensten um seine Dienststelle, die zum Ziel von Lehrwanderungen für den forstlichen Nachwuchs wurde, nahm er sich in diesen krisengeschüttelten Zeit nicht nur seiner Bediensteten, sondern auch der bedürftigen Dorfbevöl-kerung an.

Schon bei Dienstantritt in Hochspeyer nahm er Verbindung mit der Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins auf. Im März 1933 wurde er deren 1. Vorsitzender oder Vereinsleiter und führte ihn bis Januar 1935. Er war bekennender Katholik und nicht in der NSDAP oder einer ihrer Organisationen.1934 übertrug man ihm den Vorsitz des Hauptwanderausschusses. Dieses Amt behielt er bei bis zum Verbot des Vereins im Jahre 1945. Von 1948 bis zu seinem Tod 1949 leitete er als Hauptvorsitzender den Pfälzerwald-Verein.

Die Vorstandschaft des Vereins

Mindestens seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts fanden Neuwahlen der Vorstandschaft statt im Anschluß an die Januarwanderung in einem Rhythmus von zwei oder drei Jahren in einem vorher festgelegten Lokal. Gewählt wurden: der 1. und 2. Vorsitzende, Rechner und Schriftführer, Wanderwarte, und zwar einem zweijährigen, später in einem dreijährigen Rhythmus.

1. und 2. Vorsitzende:

 

1910 – 1914 Jean Stilgenbauer (1. Vorsitzender)
1927 – 1929 Jean Schuck (1. Vorsitzender)
1930 – 1932 Jakob Kuntz (1. Vorsitzender)
03.1933 – 01.1935 Emil Haupt (1. Vorsitzender)
1933 – 1940 Ludwig Stemler (2. Vorsitzender)
01.1935 – 1945 Karl Bleh (1. Vorsitzender)


Der Verein wurde nach Kriegsende von der Besatzungsmacht verboten.

1950 - 1957 Philipp Hammel (1. Vorsitzender)
            1950 Peter Marionek (2. Vorsitzender)
1957 - 1981 Ludwig Leonhardt (1. Vorsitzender)
1968 - 1978 Philipp Stuhlfauth (2. Vorsitzender)
1978 - 1984 Fanz Schmoll (2. Vorsitzender)
1981 – 1993 Philipp Stuhlfauth (1. Vorsitzender)
1984 – 1993 Friedel Walther (2. Vorsitzender)
       ab 1993 Klaus-Peter Schäfer (1. Vorsitzender)
1993 – 1999 Philipp Stuhlfauth (2. Vorsitzender)
       ab 1999 Horst Ebelsheiser (2. Vorsitzender)

Schriftführer:


1910 – 1911 Jean Schuck
1912 – 1914 Heinrich Kroepsch
1928 – 1931 Jakob Bohlander
1932 – 1933 Leopold Seeh
1933 – 1934 Jakob Bohlander
1935 – 1936 Alfred Schramm
1936 – 1945 Ludwig Stemler
1950 – 1978 Ludwig Leonhardt
1978 – 1984 Franz Schmoll
1984 – 1987 Maria Gutensohn
1987 – 1999 Marie Stuhlfauth
1999 – 2002 Doris Sauter
       ab 2002 Claudia Schäfer

 Kassierer/Rechner:

 

 
 

1910 – 1914 Heinrich Vogt
1928 – 1930 Heinrich Krafft
1931 – 1934 Karl Bleh
1935 – 1936 Georg Becker
1936 – 1940 Otto Conrad
1942 – 1945 Wilhem Hoock
1950 – 1999 Walter Ritter
ab 1999 Waltraud Rahm

Markierungswarte, Wegewarte, Wanderwarte

Da die Markierungswarte, später Wegewarte, eine über die Kompetenzen der Ortsgruppe im Auftrag des Gesamtvereins hinausgehende Aufgabe haben, ist es angebracht, sie mit Namen zu nennen. Leider lassen die vorhandenen Unterlagen der Erfassung der Namen aller in diesem Amt tätigen Personen nicht zu.

Genannt sind mit den Jahreszahlen der ermittelten Tätigkeit: Jakob Schmitt 1965, Friedel Walther 1968 – 1974, Fritz Stümpert, 1974 – 1993, Wege- und Markierungswart Karl-Heinz Metz 1993 – 2002. Wege- und Naturschutzwart Walter Schlicher ab 2002. Was für Markierungs- und Wegewarte bezüglich der vorhanden Unterlagen gesagt ist, gilt auch für die Wanderwarte. Bekannt sind mit den ermittelten Jahreszahlen ihrer Tätigkeit: Johann Jost 1937, Martin Gutensohn 1968 – 1978, Karl-Heinz Metz 1978 – 1981, Friedel Walther 1981 – 1984, Herbert Stubenazi 1984 – 1996, Horst Ebelsheiser ab 1996.

Die Vorstandschaft im Jubiläumsjahr 2010

vor der Leutenberger Hütte

Von links: Klaus-Peter Schäfer, 1. Vorsitzender,
Waltraud Rahm, Rechnerin, Claudia Schäfer, Schriftführerin,
Horst Ebelsheiser, 2. Vorsitzender und Wanderwart.

 


 

 

Der Wanderausschuss im Jubiläumsjahr 2010

vor der Leutenberger Hütte

Von links: Friedel Hammel, Hilde Bleh, Egon Kafitz,
Helga Keller, Dieter Blauth, Horst Ebelsheiser.

 

 


Weitere Bilder aus der Vergangenheit


 

PWV Hochspeyer vor dem 1. Weltkrieg. Noch bekannt sind: v.l. 1. Reihe unten sitzend: Anna Schanzenbecher, in gleicher Reihe 4. v.l. Karl Bleh. 2. Reihe sitzend v. l., 4. Frau Katharina Ruby, rechts außen halbliegend Jakob Krell.

 

  

PWV Hochspeyer 1928/29. Noch bekannt sind rechts außen: Käthe und Johann Bohlander. Unten sitzend links die erste Frau Mina Jeblick, geb. Becker, etwas weiter nach rechts ebenfalls sitzend: Frau mit Wanderstock Maria Seeh.

 

Die Ortsgruppe Hochspeyer am 22. Januar 1933 am Schreinerbrunnen. Die Quelle wurde von Forstmeister Schreiner gefasst. Leopold Seeh hat diese Wanderung in der Sonntagbeilage „Der 7. Tag“ der Volkszeitung vom 28./29.01.1933 beschrieben.

Vgl. dazu das Buch: „Die heimatkundlichen Schriften von Leopold Seeh 1928 – 1933, S. 131-139.

 Einige Personen sind noch zu identifizieren.

In der obersten Reihe der zweite von links mit Glatze Leopold Seeh,
rechts neben Leopold Seeh etwas tiefer ohne Kopfbedeckung Philipp Hammel, der spätere Vorsitzende,
die fünfte Frau in der obersten Reihe von links Maria Seeh, Tochter des Leopold Seeh,
ganz links außen Katharina Wenzel,
ganz rechts außen Anna Mertel, geb. Schäfer, neben ihr Hilde Hoock,
neben ihr Wilhelm Hoock,
sitzend links unten Otto Conrad,
sitzend links des Steins mit Hut und Stock Ludwig Schwager,
der Junge halbrechts vor Ludwig Schwager ist Karl Hammel, Sohn des Philipp Hammel.


 

Fleißige Pfälzerwaldler.

 Die Vorbereitungen für die 50-Jahr-Feier 1959 werden im Springental getroffen.

Hintere Reihe: Walter Ritter, Fritz Stümpert, Philipp Niederberger,  Alfred Distler, Martin Gutensohn, Ludwig Leonhard, 1. Vorsitzender, Philipp Stuhlfauth und Philipp Hammel.
Vordere Reihe: Peter Marionek, Anna Marionek, Käthe Bohlander, Maria Gutensohn, Elsa Gutensohn.

 

Wanderung am 18. Mai 1996 Schaubergwerk Marossina.

Wanderung mit den Leutenberger Freunden bei Wachenheim a.d. Weinstraße am 2. Oktober 1997.

Wanderung zum Bremerhof am 21. Juni 2009.

 Von links: Reiner Bauer, Waltraud Bauer, Horst Ebelsheiser, Hilmar Bauer, Willi Margan, Brigitte Stubenazi, Ilse Kafitz, Irene Kallenbach, ein Gast, Gerlinde Gooß, Egon Kafitz, Renate Bernstengel, Rudi Bernstengel,